Der Sparer-Pauschbetrag

Gekonnt die Steuern für Gewinne und Zinsen sparen!

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Steuern sparen!
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Der Freistellungsauftrag

Alljährlich steht die Steuererklärung an. Neben den üblichen Hauptformularen aus der Einkommenssteuererklärung ist auch die Anlage ‘KAP’ beizufügen, insofern kein Freistellungsauftrag für Kapitalerträge über die Hausbank gestellt wurde. Der Sparer-Pauschbetrag kommt dem Freistellungsauftrag gleich und bringt Alleinstehenden und Verheirateten entsprechend bares Geld. Einnahmen aus Sparverträgen, Versicherungen oder Aktien sind deshalb bis zu einem gesetzlich festgelegten Freibetrag steuerfrei.

Steuererklärung
Steuererklärung

Bei Einnahmen aus Kapitalerträgen wird die Abgeltungssteuer fällig

Ehepartner
Ehepartner

Wer durch Geldanlagen Gewinn aus Kapital erzielt, hat diese grundsätzlich dem Finanzamt zu melden. Kapitalerträge sind für jeden einzelnen Steuerzahler steuerpflichtig (nach § 20 EStG). In der Regel handelt es sich dabei um die erwirtschafteten Zinsen. Gewinne/Zinsen aus Spareinlagen sind bis zu einer Höhe von 801 Euro im Jahr steuerfrei. Ehepartner “kassieren” gleich doppelt und können einen Freibetrag von 1602 Euro anstatt nur 801 Euro beanspruchen bzw. eintragen. Ein Mal beim Finanzamt eingetragen wirkt der Sparer-Pauschbetrag sich jedes Jahr aufs Neue begünstigend auf die gesamte Steuerschuld aus. Ehepartner dürfen allerdings keine Gütertrennung vereinbart haben; sie müssen für die Steuererklärung eine Zusammenveranlagung melden, um den vollen Sparer-Pauschbetrag auszuschöpfen und bares Geld mit jeder Einkommensteuererklärung zu sparen.

Bei Eröffnung eines Bank-Kontos immer den Freistellungsauftrag (Sparer-Pauschbetrag) einrichten

Online-Banking
Online-Banking

Bei Eröffnung eines Bank-, Spar- oder Depotkontos wird der Freistellungsantrag meist vom Geldinstitut zur Unterschrift vorgelegt oder muss Online bei Direktbanken per TAN vergeben werden. Zumindest tut man gut daran, selbst an den Freistellungsauftrag zu denken und diesen sofort nach Eröffnung einzurichten. Damit erspart man sich die gesonderten Formulare und Einträge der Gewinne bei der Einkommensteuererklärung. Die Banken überwachen bei Vorliegen des Freistellungsauftrags die jährlich erzielten Kapitalerträge aus Aktien, Fonds, Dividenden, Sparbüchern oder Versicherungen und Bausparverträgen und führen die fällig werdende Abgeltungssteuer automatisch an den ‘Fiskus’ ab. Dies insofern der Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801 Euro / 1602 Euro bereits ausgeschöpft ist und aber auch, wenn gar kein Freistellungsauftrag vorliegt. Die Abgeltungssteuer ersetzt seit dem 01.01.2009 die bis dato erhobene Kapitalertragssteuer und anzurechnende Werbekostenpauschale und ist somit vereinfacht mit 25 Prozent zu berechnen.

Gewinne aus verschiedenen Geldanlagen verteilen

Sparer-Pauschbetrag - Gewinne ohne Abzug
Sparer-Pauschbetrag – Gewinne ohne Abzug

Als Anleger mit mehreren Geldanlagen tut man gut daran Sparbücher, Bausparverträge, Aktien, Fonds oder Dividenden mit einem gesplitteten Freistellungsantrag zu belegen. Andernfalls könnte es passieren, dass zwar die Zinsen aus dem Sparbuch nicht zu 25 Prozent zu versteuern sind (da hier evtl. ein Freistellungsauftrag vorliegt); andererseits jedoch die Kapitalerträge aus anderen und weit lukrativeren Geldanlagen wie Aktien nicht steuerfrei sind (da hier noch kein Auftrag eingerichtet wurde) und somit voll zu Buche schlagen. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass man in Summe für alle verteilten Freistellungen nicht über den gesetzlichen Freibetrag hinaus kommt. Die (anteilig) beanspruchten Sparerfreibeträge werden von Zeit zu Zeit von den Finanzämtern überprüft! Letztendlich fallen neben der 25 prozentigen Abgeltungssteuer noch zusätzlich die Abgaben zum Solidaritätsbeitrag und die Kirchensteuer an (nicht wenn der Steuerzahler von der Kirchensteuer befreit ist). Dies wäre ganz klar ein schlechtes Geschäft, wenn man die Kapitalerträge nicht bestmöglich in den Freistellungsauftrag einfließen lässt.

“Merke”

Bei Eröffnung eines Bank-Kontos oder Abschluss eines Sparvertrags immer sofort an den Freistellungsauftrag denken. Ansonsten sind sämtliche Zinsen mit der Anlage ‘KAP’ bei der
Einkommensteuererklärung zu melden. Dies sowohl, wenn der Sparer-Freibetrag ausgeschöpft oder gar nicht mittels Freistellungsauftrag in Anspruch genommen wurde. Von den Banken bereits abgeführte Steuern auf Sparbücher und Co. können nachträglich bei der Einkommensteuererklärung zurück verlangt werden. Spätestens bei der Steuererklärung sollte man die Gelegenheit wahrnehmen, um bares Geld zu sparen.

 

2 Kommentare

  1. […] Auch für das Depot gilt der Sparer-Pauschbetrag so wie auch beim Giro- oder Tagesgeldkonto. Ist ein Freistellungsauftrag eingerichtet und der Freibetrag von 801 Euro bei Einzelpersonen oder 1602 Euro bei Ehepaaren aufgebraucht, wird die Abgeltungssteuer bzw. Kapitalertragssteuer mit 25 % fällig, dazu kommt noch der Soli und ggf. Kirchensteuer. Aber Achtung, über alle Konten, Depot etc. darf der genannte Freibetrag insgesamt nicht überschritten werden. Er kann aber selbst verteilt werden. In der Regel macht es durchaus Sinn, den größten Betrag für das Depot zu verwenden, da die Zinsen und damit auch die Erträge bei den anderen herkömmlichen Konten (Tagesgeld, Festgeld etc.) überschaubar sind, sodass dort auch nur geringe Beträge steuerpflichtig werden. Deutlich mehr potenzial für Gewinne – aber auch Verluste – bietet der Wertpapierhandel mit dem eigenen Depot. Mehr dazu im Artikel: Sparer-Pauschbetrag. […]

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