Wie es mit dem Mining bei mir begann….

Es war so im April-Mai 2017. Ich habe mal wieder Steam angeschmissen und wollte eigentlich nur eine Runde Quake Live spielen als mir ein neuer Titel empfohlen wurde: Playerunknown’s Battleground. Nach der Installation und den ersten Runden wurde mir schnell klar, dass ich meinem PC ein kleines Upgrade gönnen muss um eine vernünftige Performance zu erreichen. In den gängigen Onlineshops waren viele Grafikkarten ausverkauft. Der Preisvergleich zeigte einen sogar einen Anstieg der Preise für neue Grafikkarten. Etwas verwundert machte ich mich dann in den Kleinanzeigen auf die Suche nach einer Gebrauchten Grafikkarte…. im Anzeigentext fand ich folgende Beschreiben:

Verkauft wird eine AMD Radeon Grafikkarte, wurde nur zwei Wochen zum Mining benutzt.

Mining? Was ist eigentlich Mining?

mining-rigUnter Mining versteht man das “Schürfen” von Kryptowährungen, also zum Beispiel von Bitcoins oder anderen neuen Kryptowährungen. Bei der aktuell ebenfalls sehr beliebten Währung “Ethereum” geschieht dieses Minen über die GPU, also den Prozessor von Grafikkarten. Der Hype hatte also dazu geführt, dass die Miner den Markt von Grafikkarten leergekauft haben. Doch das ist noch nicht alles. Es wurden sogar spezielle Mainboard von den üblichen Herstellern gefertigt, die speziell darauf ausgelegt sind, möglichst viele Grafikkarten anzuschließen. Also wo Otto-Normalverbraucher eine oder maximal zwei Grafikkarten in einem PC gebaut haben, werden bei Mining PCs sechs oder gar noch mehr Grafikkarten verbaut. Nächstes Problem: Gehäuse und Abwärme. Es passen weder normale PC Gehäuse noch sollte man so einen Mining PC in der eigenen Wohnung aufstellen – Es sei denn die Heizung ist kaputt und draußen herrschen Minusgrade.

Die Neugier wächst…

In den Medien hört man immer nur von neuen Höchstständen der Ethereum/Bitcoin Währung. Und beim Mining kann ich Kryptowährung wie Ethereum quasi erschaffen. Alles was ich brauche ist die passende Hardware, eine Internetverbindung und natürlich Strom.

Also habe ich mir einen Gaming PC zusammengestellt und diesen dann direkt mit zwei Grafikkarten ausgestattet. Das reicht zwar nicht an einen hochleistungs-Mining-PC aber ich kann jedes aktuelle Spiel in 4K und mit höchster Detailstufe spielen. Mein Credo an der Stelle war also… falls ich das mit dem Mining nicht hinbekomme habe ich immerhin eine Monster Gamingmaschine. Hier meine Shoppingliste:

Mining-Gaming-PC-Shoppingliste
Mining/Gaming-PC Shoppingliste

Nachdem der Paketbote mit seiner Sackkarre nun alles zu mir geschafft hatte, konnte es auch schon losgehen. Ich habe alle Komponenten zusammengesteckt, verkabelt und in Betrieb genommen. BIOS konfiguriert, Windows installiert, Updates gemacht, Treiber installiert und erst mal gewundert wie verdammt schnell die Kiste ist.

Installation der Mining-Software

Ein paar Runden Playerunknown’s Battleground später wollte ich dann endlich starten meine eigene Kryptowährung zu schürfen. Nach ein paar Minuten Internetrecherche war mir klar. Einer der einfachsten Wege ist es, sich einem Mining-Pool anzuschließen. Ich entschied mich hier für Nanopool. Man benötigt keinen Account, sondern lediglich seine Wallet-ID.

Die Wallet-ID ist eine Art Kontonummer. Ich habe meine Wallet für Ethereum sowie Bitcoin bei Blockchain.info kostenlos erstellt.

Dann benötigt man noch einen Miner. Das ist die Software, die die Rechenoperationen auf dem PC durchführt – quasi der Arbeiter mit Spitzhacke. Hier habe ich den Claymore Miner gewählt. Einfach, weil es zum Claymore Miner unendlich viele Tutorials im Netz gibt und die Handhabung wirklich sehr einfach ist. Einmal gestartet sieht das Ganze dann folgendermaßen aus.Screenshot-Claymore-Mining-ScriptDas lässt man nun ein wenig laufen… etwa ein paar Tage und verfolgt ganz aufgeregt die Statistiken auf Nanopool.

Nachdem man die Auszahlungsschwelle überschritten hat, bekommt man auch schon direkt seine ersten Ether “ausgezahlt”. Das sind im Moment 0.05 Ether ~ 15 USD.

Mein persönliches Fazit

  1. Mining funktioniert wirklich.
  2. Ein Gaming PC verbraucht zu viel Strom. Mehr Strom als man gleichzeitig “schürfen” kann.
  3. Wenn man damit Geld verdienen möchte, dann benötigt man spezielles Equipment.
  4. Die Hardwarekosten hat man erst nach 1,5 Jahren raus bei aktuellen Ether-Kurs.
  5. Es gibt bereits sehr, sehr viele professionelle Player und es ist aus meiner Sicht fraglich, ob man hier wirklich das große Geld machen kann.
  6. Als Hobby für Technik-Begeisterte: Super!
  7. Wenn eure Heizung kaputt ist und ihr Wärme braucht: Super!
  8. Wenn ihr kostenlosen Zugang zu Strom und Internet habt: Super!

Ich werde nun versuchen meinen Gaming PC wieder zu verkaufen. Sollte ich einen guten Kurs bekommen, dann geht ein Teil in meinen Mining-PC 2.0. Ich halte euch auf dem Laufenden!

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