Für viele Haushalte wird es zum Monatsletzten eng

Jeder Dritte in Deutschland lebt von der Hand in den Mund

Der jahrelange Aufschwung in Deutschland hat Dir vielleicht eine Lohnerhöhung gebracht, aber die Mieten sind trotzdem weiterhin gestiegen. Und vielleicht solltest Du auch regelmäßig ein Haushaltsbuch führen, um herauszufinden, wie es mit Deinen Finanzen am Monatsende aussieht. Und wenn das Ergebnis lautet, dass am Ende des Monats kein Geld mehr auf dem Konto vorhanden ist, dann gehörst Du zu rund einem Drittel der Bevölkerung in Deutschland, denen es genauso geht.

Diese Zahl hat jetzt eine Studie der ING-Diba herausgefunden. Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich weit hinten – für ein wohlhabendes Land ein überraschender und vor allem denkwürdiger Zustand. Es stellt sich also die Frage, wieso ein großer Teil der Bevölkerung kein Geld mehr auf dem Konto hat. Und wer am Monatsende nichts mehr zurücklegen kann, der ist auch nicht in der Lage für Investitionen zu sparen oder was noch viel wichtiger ist, in die eigene Altersvorsorge zu investieren. Geht dann doch etwas kaputt, dann ist die einzige Lösung die Aufnahme eines Ratenkredits mit dem Ergebnis das noch weniger über den Monat hängen bleibt. Damit befindet sich Deutschland auf dem vorletzten Platz in Europa und nur noch den Rumänen geht es schlechter.
Interessant ist bei der Studie allerdings auch, dass ein weiterer durchaus beachtenswerter Teil der Bevölkerung angegeben hat, das Zwölffache des eigenen Haushaltseinkommens auf der hohen Kante zu haben. Ein weiterer großer Teil hat mindestens drei Monatsgehälter zur Verfügung.

Was aber sind die Gründe für die Pleite einer Vielzahl von Haushalten? Wenn die befragten Haushalte Gründe angeben, dann wird in erster Linie ein zu geringes Einkommen genannt. Plötzliche ungewollte Ausgaben rangieren auf hinteren Plätzen und scheinen nicht wirklich das Problem zu sein. Und an dieser Stelle kannst Du vielleicht beipflichten und resignierend den Kopf schütteln. Tatsächlich ist die Situation, auch vor dem Hintergrund stark gestiegener Mieten in den großen Städten, ein großes Problem geworden. Du solltest Dir allerdings trotzdem Gedanken machen, in welcher Form eine Rücklagenbildung für Dich möglich ist – insbesondere wenn Du dir die Rentenentwicklung anschaust.

Es ist also auch für Dich wichtig, eine Strategie zu entwickeln, bei der Du am Ende etwas für das Alter oder auch unerwartete Ausgaben zurücklegst. Dazu ist zunächst eine Bestandsaufnahme des Istzustands notwendig. Kein Geld mehr zum Monatsletzten zu haben ist der eine Umstand, der andere ist aber die Antwort auf die Frage, wer die monatlichen Kostentreiber sind. Hier gibt es eine Menge Faktoren, die beeinflussbar sind und die vielleicht mit der ein oder anderen Maßnahme reduziert werden können. Das können bspw. teure Mobilfunktarife sein, eine zu hohe Strom- oder Gasrechnung oder aber auch zu teure Versicherungen. Du darfst davon ausgehen, dass Du mit Führung eines Haushaltsbuches sehr schnell erkennen kannst, wer Dich in die Pleite treibt.

Es wäre an dieser Stelle natürlich vermessen zu sagen, dass jeder auf diese Weise Geld sparen kann, aber diese Möglichkeit solltest Du in jedem Fall für Dich durchdenken. Denn eines sollte Dir bewusst sein! Wer für das Alter kein Polster hat, wird sich auf massive Einschränkungen der Lebensqualität einstellen müssen. Und das ist niemandem zu wünschen.

Fakt ist, dass eine Reihe von Menschen in einem wohlhabenden Land wie Deutschland wenig haben, aber gleichzeitig mehr als zwei Drittel der Bevölkerung keine Probleme am Monatsende hat. Damit stellt sich die Frage, welche Gründe es gibt und was gegen diesen Umstand getan werden kann. Die Antworten auf eine solche Frage fallen unterschiedlich aus und zwar immer abhängig davon, wer gerade gefragt wird. Sozialverbände werden niedrige Löhne und zu hohe Lebenskosten in den Städten nennen, etwas liberalere Wirtschaftsinstitute die Zahlenbasis relativieren. Insbesondere bei der Studie der ING-Diba ist dabei zu erwähnen, dass in der Studie nur 1000 Menschen in 14 Ländern befragt wurden. Das sind 70 Menschen pro Land – ein Wert der statistisch betrachtet auch Ausreißer zulässt. Auch wurden die Gründe für das geringe Einkommen nicht untersucht. Was also am Ende gesagt werden kann ist, dass es Indizien für ein Auseinanderklaffen der Vermögenssituation gibt, diese aber noch deutlich stärker untersucht werden sollten.

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