Bundesschatzanleihen und ihre Bedeutung

Bundesschatzbriefe

Bundesschatzanleihen
Die Anleihen des Bundesrepublik Deutschland von 1969 bis 2013

Bundesschatzanleihen, auch Bundesschatzbriefe genannt, sind Wertpapiere, die im Jahr 1969 von der Bundesrepublik Deutschland ausgegeben und Dezember 2012 aus Kostengründen eingestellt wurden. Bundesschatzanleihen sind ähnlich wie normale Bundesanleihen. nur mit dem feinen Unterschied, dass diese nicht an der Börse notiert waren. Deshalb bestand also hier kein Kursrisiko. Die Bundesschatzanleihen wurden eingeführt,  um zum einen einer breiten Bevölkerungsschicht eine Vermögensbildung zu ermöglichen zum anderen, um Geld für den Haushalt zu erhalten. 
Der Staatshaushalt ist die höchste Aggregationsstufe eines öffentlichen Haushalts und beinhalte alle Staatseinnahmen und Staatsausgaben eines Staates.

Außerdem ist zu beachten aber auch, dass wer ab 2009 Bundesschatzanleihen erwarb, die Abgeltungssteuer hätte zahlen müssen. Die Abgeltungssteuer wurde nach der Finanzkrise 2008 im Jahr 2009 eingeführt und ist eine Steuer auf Kapitalerträge. Unter Kapitalerträgen werden Renditen und Zinsgewinne aus unterschiedlichsten Anlageformen verstanden. Wer Kapitalerträge hat, die über den Freibetrag, den sogenannten Sparerpauschbetrag, mit einer Höhe von 801 Euro pro Person hinausgehen, muss diese versteuern (Ehepaare 1602 Euro).

Eine Stufenzinsanleihe

Die Bundesschatzanleihen stellten eine langfristige Anleihe dar,genauer gesagt: eine Stufenzinsanleihe. Stufenzinsanleihen sind Anleihen, dessen Zinsen ansteigen, die Zinssätze steigen an zuvor ausgemachten Zeitpunkten, im Normalfall jährlich, an. Die Zinsen für neu herausgegebenen Schatzbrief wurden an das herrschende Zinsniveau angepasst.

Typ A und Typ B – die Unterschiede

Man konnte die Bundesschatzanleihen in zwei Typen erwerben, die sich in der  Laufzeit und die Auszahl ung der Zinsen unterschieden.

TypMindestbetrag Laufzeit Auszahlung der
Zinsen
Versteuerung der
Zinsen
A50€6 JahreAm Ende jedes Jahresjährlich
B25€7 JahreAm Ende der LaufzeitAm Ende der Laufzeit

Beispiel anhand der Bundesschatzanleihe vom 02.2011

Das Beispiel wird anhand eines Vermögens von 25.000€ gezeigt

JahrZinssatz in Prozent Zinsen Typ A in € Zinsen Typ B in €
1 0,5 125 125
2 1,25 312,5 314
3 1,75 437,5 439,75
4 2,5 625 639
5 3,25 812,5 850
6 4 1000 1080
7 4   1125
Zinsertrag insgesamt:   3312,5 4572,75

Bei der ersten Variante, also Typ A erfolgt jedes Jahr die Zinsausschüttung, weshalb hier der Zinsenzinseffekt wegfällt. Es handelt sich hierbei um den Zins, der für vorher bereits errechnete Zinsen errechnet wird. Je länger eine Anlage verzinst wird, desto deutlicher macht sich die Verzinsung, also der Zinseszinseffekt bemerkbar. Der Anstieg der Zinsen sollte den Anleger dazu bringen, ihre Bundesschatzanleihen möglichst lange zu halten.

Erwerb und Rückgabe der Anleihe

Generell konnten sie bei allen Geldinstituten erworben werden. Eine Begrenzung im Kreis der Käufer war auf natürliche Personen (also Privatpersonen), an bestimmte gemeinnützige oder mildtätige Vereine und Einrichtungen festgelegt. Grundsätzlich war eine Übertragung auch nur möglich, an jene, die ebenfalls erwerbsberechtigt waren.

Das investierte Geld kann nach Ablauf des ersten Laufzeitjahres zurückgefordert werden, sofern es schon vor dem Ablauf der sechs- oder siebenjährigen Laufzeit benötigt wird.  Der Rückgabenennwert wurde für jeden Anleger auf 5.000 Euro alle 30 Tage beschränkt.

Alternativen zur Bundesschatzanleihen

Ein wesentlicher Grund für die Einstellung der Schatzbriefe des Bundes war das negative Verhältnis zwischen dem Ertrag und den Kosten für die Verwaltung durch die Bundesfinanzagentur. Aber auch der ausgeglichene Bundeshaushalt machte es möglich, auf diese Finanzierungsform zu verzichten. Ob es in Zukunft noch einmal eine Ausgabe von Schatzbriefen durch die Bundesfinanzagentur geben wird, ist ungewiss. Es stellen sich deshalb Anleger die Frage, ob und welche Alternativen es gibt.

Die Bundesschatzanleihen wurden so sehr nachgefragt, weil es vielen Anlegern in erster Linie auf die Sicherheit ankam. Ebenfalls waren die Anleihen für jene geeignet, die Geld zurücklegen konnten, ohne Liquiditätseinbußen befürchten zu müssen. Die  steigenden Zinsen von Jahr zu Jahr machten die Anleihen zusätzlich interessant. Seit es diese nicht mehr gibt, stellt sich die Frage nach ähnlichen Wertpapieren, die auf langfristige Sicherheit setzen.

Die Anleihen der Bundesländer, Festgeld und Sparbriefe

Bundesländer Anleihen genießen schon aufgrund des Länderfinanzausgleichs eine sehr hohe Ausfallsicherheit. Selbst im denkbar schlechtesten Fall  der Zahlungsunfähigkeit eines Bundeslandes müsste der Bund einspringen und die Gläubiger der Schatzbriefe auszahlen.

Anlageprogramme von Banken und Sparkassen bieten durch die gesetzliche Einlagensicherung praktisch eine genauso hohe Sicherheit wie Bundesschatzbriefe – und meist sogar etwas mehr Rendite.

Diese Produkte heißen zum Beispiel Sparbriefe, Zuwachs- oder Festzinssparen feste Geldanlagen mit langen Laufzeiten und garantierten Renditen. Diese halten sich auch hier in überschaubaren Grenzen, sind aber garantiert. Gebühren werden in aller Regel nicht erhoben.

Spardose
Sparbriefe und co. ersetzen die Bundesschatzanleihen

Allerdings ist der Einstiegspreis für diese Produkte höher. Während bei einigen Sparkassen und Genossenschaftsbanken bereits 500 Euro zur Eröffnung eines Anlagekontos ausreichen, ist man bei den meisten Banken nur mit vierstelligen Beträgen dabei.

Die Zinsen bemessen sich auch bei Sparbriefen weitgehend nach der Laufzeit.Gleiches gilt für Festgeld. Tagesgeld bietet zwar eine hohe Flexibilität, weil jederzeit Geld abgehoben werden kann, doch besonders bei dieser Anlageform sind die Zinsen mittlerweile auf einem Tiefpunkt angelangt.

Das Problem mit der Inflation

Inflation
Aufgrund der Inflation kann es sein, das Anlagen in Anleihen nicht viel bringen

Anleihen unterliegen immer einem Inflationsrisiko. Was die Inflation genau ist, kannst du hier nachlesen, denn dazu haben wir schon einen Artikel veröffentlicht. Die Inflationsrate liegt in der Eurozone bei 2 %, dies hätte die Folge, dass in den ersten 3 Jahren in unserem Beispiel der Bundesschatzanleihen das Geld weniger wert werden würde. Erst ab dem 4. Jahr würde man Geld ‘verdienen‘, da die Zinsen oberhalb der Inflationsrate wären.

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